wüstenhund

lyrisches archiv.


Der Lederhandschuh

Ich ziehe meine Lederhandschuhe aus
Schwarz glänzend und verbeult
Viele Winter hab ich sie getragen
Viele Sommertage nicht vermisst
Jetzt ist es November
Und die Tage sind grau
Die jungen Sperlinge
Tummeln sich im trockenen Geäst
Die hölzerne Parkbank ist feucht und kalt
Doch mein Mantel ist lang und wärmend
Und auf meinen Knien liegen
Die Handschuhe aus Schweinsleder
Und ich denke an die rosige Haut eines Schweins
Wie lange ist es wohl schon tot
Ich trug die fremde Haut ohne Scham
Und ohne Scham ziehe ich sie wieder an
Da meine Hände frieren
Ich stehe auf und gehe weiter
Weiß nicht, dass ich sie verlieren werde
Das paar alte Schuhe
Und nicht, wo sie zu finden sind
Es wird Dezember werden und Januar
Und ich werde eine neue Lederhand überziehen
Die Parkbank wiederfinden
Und mit den alten Sperlingen plaudern
Wenn die Sonne aufgeht